Die Schachtanlage Schlägel & Eisen 3/4/7

Kurze Geschichte von der Gründung bis zur Stilllegung

Die Schachtanlage 3/4/7 ist Bestandteil des 1873 gegründeten Bergwerks Schlägel&Eisen.

Die Teufarbeiten für Schacht 3 begannen am 1. Juli 1895. Die Kohleförderung konnte 1897 aufgenommen werden. Der erste Spatenstich für die Teufarbeiten für Schacht 4, dessen Ansatzpunkt unweit westlich neben Schacht 3 lag, wurde am 6. November 1900 angesetzt. Dieser Schacht ging zwei Jahre später als Wetterschacht ab der 2. Sohle in Betrieb.

Eine Kokerei samt Nebengewinnungsanlagen konnte 1903 ihren Betrieb aufnehmen.


Nachdem die Schachtanlage in den folgenden Jahren stetig erweitert wurde, erhielt sie 1908 einen Bahnanschluss an den Bahnhof von Westerholt. Mit dem Teufbeginn von Schacht 7, der nordöstlich der Schächte 3 und 4 lag, wurde am 1. September 1937 begonnen. Zeitgleich mit den Teufarbeiten wurden die Tagesanlagen durch das Büro der Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer umgebaut und teilweise erweitert, so unter anderem das Maschinenhaus, die Sieberei und die Schachthalle, das Kesselhaus, die Kohlenwäsche und die Gebäude für die Verwaltung und die Waschkaue. Die Kohleförderung über Schacht 7 als Hauptförderschacht des gesamten Bergwerkes begann Anfang 1941.

1981 wurde Schacht 4 verfüllt und das alte Fördergerüst abgebrochen. Er wurde mit größerem Querschnitt neu abgeteuft und erhielt ein neues Fördergerüst. 1986 ging der Schacht wieder in Betrieb. Nach der Einstellung der Förderung im Jahre 1990 erfolgte im Jahr darauf ein Teilabriss der Schachtanlage, während Schacht 3 verfüllt wurde. 1997 wurde Schacht 7 durch Zusammenlegung der beiden Bergwerke Ewald/Schlägel & Eisen und Hugo/Consolidation in das neu entstandene Verbundbergwerk Ewald/Hugo eingegliedert, während Schacht  4 im Vorfeld schon aufgegeben worden war. Die Verfüllung von Schacht 7 erfolgte nach Stilllegung von Ewald/Hugo im Jahr 2000.


Was nach der Stilllegung geschah

Von 1990 an bis zum Jahr 2008 war die Schachtanlage Sitz der Servicesparte „Technik und Logistikdienst“ der RAG bzw. DSK. Weitere Räumlichkeiten wurden 1999 von einer Sparte des Siemens-Konzernes angemietet, die bis 2007 auf der Schachtanlage ansässig war. Während der Sanierung des Hertener Rathauses, Oktober 2010 bis Februar 2012, dienten die ehemaligen Bürogebäude der Schachtanlage den ausgelagerten Ämtern als Ausweichquartier.

Der Gebäudebestand der Schachtanlage ist nach der Stilllegung in großen Teilen erhalten geblieben. Das Fördergerüst über Schacht 3 mit dem dazugehörigen Fördermaschinenhaus einschließlich der Dampffördermaschine steht unter der Obhut der Industriedenkmal-Stiftung.

 Das Ensemble ist fester Bestandteil in der Route der Industriekultur. Im Rahmen des Projektes „SchachtZeichen“ während der Veranstaltungen zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war Schlägel und Eisen 3/4/7 eine der vielen ausgewählten Örtlichkeiten, an dem ein aufgelassener und von weitem sichtbarer gelber Ballon einen ehemaligen Bergbaustandort markierte.



Der Gebäudebestand der Schachtanlage ist nach der Stilllegung in großen Teilen erhalten geblieben. Das Fördergerüst über Schacht 3 mit dem dazugehörigen Fördermaschinenhaus einschließlich der Dampffördermaschine steht unter der Obhut der Industriedenkmal-Stiftung. Das Ensemble ist fester Bestandteil in der Route der Industriekultur. Im Rahmen des Projektes „SchachtZeichen“ während der Veranstaltungen zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war Schlägel und Eisen 3/4/7 eine der vielen ausgewählten Örtlichkeiten, an dem ein aufgelassener und von weitem sichtbarer gelber Ballon einen ehemaligen Bergbaustandort markierte.

Im Bereich der ehemaligen Verwaltung befindet sich eine Schule für Lehrberufe aus den Bereichen Altenpflege und Gesundheitsdienstleistung. Im Zuge der Neugestaltung des  Zechengeländes laufen seit Anfang Oktober 2012 die Arbeiten für den Abriss weiträumiger Gebäudeteile und der Sanierung der Geländeoberfläche. Betroffen davon ist in erster Linie der östliche Geländeteil im Bereich der Schachthalle von Schacht 7 und dem dazugehörigen Fördergerüst, das am 30.Oktober 2013 gesprengt wurde. Das Ende der Sanierungsarbeiten ist für 2015 vorgesehen.



Die gewerbliche und städtebauliche Neuausrichtung des Zechengeländes S&E erfolgt mit Fördermitteln der Ministerien für Wirtschaft und Städtebau.

Mit den Gewerblichen Bauflächen werden auf dem Gelände kleinteilig geschnittene Ansiedlungsflächen für kleine und mittlere Unternehmen aus der Region bereitgestellt.


Es entstehen Grundstücksgrößen bis zu maximal 3.000 qm für ca. 40 Unternehmen. Dies gliedert sich in eine gewerbliche Baufläche von 5,4 ha für mindestens 30 Unternehmen als Neubaufläche , sowie eine Gewerbefläche von 3 ha für ca. 10 Unternehmen im Bestand auf.

Die durch Restriktionen für eine Gewerbebebauung nicht geeigneten Grundstücksflächen ergänzen das Gesamtkonzept durch die Schaffung von öffentlich gewidmeten Grünflächen wie z.B. eines Stadtteilparks, begehbaren Landschaftsbauwerken, eines Grün- und Wegenetzes zur Naherholung für alle Altersgruppen der heutigen Anwohner und zukünftigen Mitarbeiter der Gewerbebetriebe.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zeche Schlägel & Eisen der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.




"Die Baustellenspäher" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Entwicklungsgesellschaft

Schlägel & Eisen mbH [EGSE] und des Stadtumbauprojektes Herten-Nord